Commons:Deletion requests/Files uploaded by Methodios
Files uploaded by Methodios (talk · contribs)
COM:NOTHOST, out of scope personal blurry photos.
- File:Gumina Jasmin 2003 - 3.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 46.jpg
- File:Gumina Jasmin 2003 - 2.jpg
- File:Gumina Jasmin 2003 - 1.jpg
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- File:Gumina Jasmin 2002 - 13.jpg
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- File:Gumina Jasmin 2002 - 11.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 10.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 9.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 8.jpg
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- File:Gumina Jasmin 2002 - 3.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 2.jpg
- File:Gumina Jasmin 2002 - 1.jpg
Iwaqarhashmi (talk) 15:55, 5 December 2024 (UTC)
Delete Out of scope as almost all of those images are unsharp and of lower quality. --Msb (talk) 16:42, 5 December 2024 (UTC)
Ja, danke für die Aufmerksamkeit. Allerdings: genau dann, wenn ich hier etwas erarbeite, hat das ALLES schon Sinn und Verstand. Die Frau ist seit 12 Jahren tot - und diese Verschwommenheit in unterschiedlicher Form ist künstlerischer Ausdruck ihre fortschreitenden "Verblichenheit". Ich darf das. Das ist meine künstlerische Freiheit.
Diese Photographien benötige ich für zwei Wikibooks.
Das eine
https://de.wikibooks.org/wiki/Lehrbuch_des_orthodoxen_Christentums/_Exerzitien_unter_der_Stra%C3%9Fe
stammt bereits vom 17. März 2021 - das Kapitel über Gumina Jasmin war darin von Anfang an geplant. Aber obgleich ich von Jasmin nicht nur die Erlaubnis hatte, meine Photographien von ihr zu benutzen (Permission), sondern sogar den Auftrag, ihr Wirken als leuchtendes Beispiel der Obdachlosenliebe der Nachwelt zu bewahren, habe ich - um eventuelle Konflikte mit wem auch immer von vornherein auszuschließen, erst einmal bis zu ihrem 10. Todestag gewartet.
- (bei Wikisource haben wir ganze Listen, wer denn endlich 70 Jahre tot ist, so daß man sich endlich auf ihn stürzen und ihn ausbeuten kann - in Commons wird ja auch so gearbeitet).
Wenige Tage nach dem 10. Todestag von Jasmin habe ich unter
Commons:Forum/Archiv/2022/December#Negativ-Scanner
eine Diskussion eröffnet, um zwischen hochgradig auflösenden Bildern und verschwommenen Bildern möglichst frei wählen zu können (Gumina Jasmin hatte mir damals das beste handelsübliche Filmmaterial bezahlt - in dem Bewußtsein, daß es das sein würde, was von ihr dann blieb). Nur aus einer Digitalisierung dieser hochwertigen Negative ist bis heute nichts geworden.
Der Hinweis auf Diascanner als Leihgerät endete darin, daß diese ihren Standort in Österreich haben (ich wohne in Dresden). Außerdem habe ich gar nicht die Technik, diese anzuschließen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:F%C3%B6rderung/Leihger%C3%A4te
Unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:F%C3%B6rderung/Digitalisierung
fand ich diesen speziellen Fall nicht.
Ansonsten kam noch der Hinweis auf Dienstleister - die ICH mir NICHT leisten kann. Ihr dürft mir die gerne bezahlen. Habe nichts dagegen.
Seit zwei Jahren hat sich hier nichts gerührt. Die Technik schreitet immer weiter fort und läßt Leute ohne Geld wie mich zurück. Bald werde ich noch nicht einmal mehr meine Photo-Chips benutzen können. Photos über Handys sind problematisch wegen der zu geringen Kapazitäten für arme Leute wie mich. Mir ist mehrfach mein E-Mail-Konto deswegen gesperrt worden. Außerdem hat sich ein amerikanicher Server von Microsoft tausende PRIVATE Photographien gezogen, die niemanden etwas angehen außer mir und dem Photomodell. Die Umstände dieser "Panne" werden auch nicht geklärt - ich verhandele seit fast einer Woche mit dem Support von MS in München). Es ist also an der Zeit, etwas zu tun. "Die Zeit drängt!" Oder soll ich nochmal zwei Jahre warten - oder zwanzig (so alt sind die Photographien nämlich mindestens)?
Ich habe in Kenntnis meiner begrenzten technischen Möglichkeiten die Bilder absichtlich jetzt hochgeladen. Ich hatte kurz überlegt, gleich die
Category:Intentionally blurred images
zu nutzen, nur dachte ich, daß erstens das nicht nötig sei und zweitens daß dann diese Kategorie sehr von meiner Serie dominiert würde. Das Denken sollte man offenbar den Pferden überlassen - die haben einen größeren Kopf.
Ich benutze diese Kategorie zuweilen auch anderweitig in künstlerischer Absicht:
- File:Exerzitien auf der Straße 30. August 2019-86.jpg DSCN4074
- File:Exerzitien auf der Straße 30. August 2019-87.jpg DSCN4076
Diese Photographien vom 30. August 2019 habe ich am 13. Januar 2023 hochgeladen - die hat bis heute noch keiner angemeckert. Natürlich habe ich ein paar Dutzend gestochen klare Photographien - mir erscheinen aber gerade diese technischen Aussetzer als der besondere Ausdruck einer Massendemonstration - und vor allem, ohne einzeln Teilnehmer identifiziern zu können. Hier auf Commons gab es dazu auch keine Diskussion - nur im Stadtwiki Dresden, von wo aus ich auf ein Bild davon verlinkt hatte, gab es Mäkelei eines Besserwissis, Diplom-Historiker, in der IT untergekrochen: Man müsse als öffentlicher Demo-Teilnehmer hinnehmen, identifiziert werden zu können, Vermummungsverbot balblabla. Ich darf aber trotzdem aus meiner Photoserie die beiden auswählen, die verschwommen wurden. Das ist MEINE künstlerische Freiheit.
Von all den verschwommenen Bildern ziehe ich ein Beispiel heraus:

Hier sieht man lediglich einen homogenen bewußt gesichtslosen schwarzen Block der Vermischung der "Lady in Black" (Uriah Heep) Gumina Jasmin mit ihrem schwarzen Pudel - eine Einheit von Mensch und Hund. Dieser Hund war ihr Enkel-Ersatz - und sie hat ihn noch gepflegt und gehegt, als er nicht mehr laufen konnte und schon fast blind war. Das Hundel-Rundel mit dem Rundel-Hundel bestand dann darin, daß sie ihn mit einem kleinen Holzwägelchen seine vertraute Strecke entlang zog. Sie hat ihn erst einschläfern lassen, als es mit ihr zu Ende ging - und sie wußte, daß Charly nach ihr keine adäquate Pflege mehr bekommen würde. Das war rund einen Monat vor ihrem Tod, und sie hatte wegen einer Chemo zum x-ten Male mal wieder ihre Haare verloren. Aber sie wußte, daß es diesmal ihr letzter Kampf war. Als sie mir von der Einschläferung berichtete, bei der sie den Hund hielt, hatte sie das einzige Mal Tränen des Leides in den Augen. Ich sah sie aber tausende Male mit Tränen des Glücks. Charly wurde zuerst durch eine Spritze betäubt - bevor er die Todesspritze bekam. "Er starb ganz ruhig. Er mußte nicht leiden." Im Gegensatz zu ihr, die sich lange sträubte, zu gehen und die letzten Tage mit offenen Augen starr dalag, weil ihr die Kraft fehlte, sich zu bewegen oder auch nur zu sprechen. Ihre letzten Worte - zwischen einem Hustenanfall - die ich von ihr hörte waren: "Mir geht es schlecht!" Auch da habe ich all die Jahre von ihr nie gehört - es war das Einzige und das letzte Mal. Nachdem ich sie Ostern 2001 überzeugt hatte, nicht aufzugeben, war sie immer fröhlich, sehr freundlich, äußerst liebenswürdig und optimistisch, selbst nach ihren schlimmen Schmerzattacken. Ich sollte schon im Frühjahr 2001 ihre Beerdigung organisieren, sie hatte mir ihre Lieblingssachen gezeigt, in denen sie begraben werden wollte. Es kamen dann noch ihre schönsten und glücklichsten Jahre. Nach ihrem Tod am 1. Dezember 2012 lief noch einige Zeit ihr Anrufbeantworter: "Willst du mir was Schönes sagen, dann kannst du das jetzt." Sie war bis zuletzt eine frohgemute, liebende, liebenswürdige und geliebte Frau. Ihr letztes Bild bei ihrem letzten Ausgang zum Karnevalsbeginn am 11.11.2012 zeigt sie strahlend wie eh und je - mit einer langen blonden Perücke über ihrer Glatze wegen der Chemo - aber schon im Rollstuhl sitzend. Da war sie schon zu schwach zum Stehen. Aber sie strahlte noch immer. Sie hat das Alter nie geschmeckt, sondern starb als die Diva, die sie seit ihrer Lehrzeit als Maßschneiderin war. Sie hatte seitdem nur hochhackige Schuhe getragen (und deswegen ein Überbein) und möglichst glänzende Klamotten (und deswegen "Latexlepra"). Ungeschminkt war nicht angezogen. Ich kenne keine andere Frau, welche die Diva so konsequent - auch im Alltag - lebte. 24/7. Bis zuletzt. Und alles, was sie hatte, aus Christlichkeit den Obdachlosen, Punks und Grufties schenkte. Sie hatte sich damit einen Schatz im Himmel geschaffen und eine himmlische Wohnung verdient.
Desweiteren soll Gumina Jasmin in meiner Dresden-Bücherei im Band
https://de.wikibooks.org/wiki/Obdachlosigkeit_in_Dresden
ein größeres Kapitel gewidmet werden. Ich habe jetzt zur Unzeit dieses Projekt beginnen müssen, weil es eigentlich längerer Vorbereitung - insbesondere zur Geschichte der Obdachlosigkeit in Dresden - bedarf. Aber der Ist-Zustand ist derart katastrophal, daß es eigentlich wirklich an der Zeit wäre, hier aktiv zu werden. Die Geschichtsthemen müssen angesichts von weltweiten Kriegen, die wir zu löhnen haben - und massiver Verelendung hier in Dresden - wohl erst einmal hintan gestellt werden. Insofern kann ich mich bei meinen Commons-Kollegen für den LA auch bedanken.
--Methodios (talk) 07:31, 7 December 2024 (UTC)
Habe ich fast vergessen zu schreiben - ein Bekannter von mir - Maler und Kunstrestaurateur, ein klein wenig älter als ich - kennt als einer der wenigen Außenstehenden zumindest die rund fünfzig Prozent der Photographien, welche mir in Abzügen vorliegt (die andere Hälfte der Abzüge ist wohl bei der Wohnungsräumung von Jasmin untergegangen - die Photo-Negative habe ich aber noch so ziemlich komplett, nur haben sich diese unsäglichen Pixel-Bilder ab 2005 bis 2012 alle in Luft aufgelöst - für mich ist es eine Dummheit, Bilder elektronisch zu speichern - ich bin alt genug um zu wissen, daß sich die Standards alle Nase lang ändern, und dann hat man nur noch Daten-Müll). Dieser Bekannte meinte, das wäre die wertvollste und umfangreichste Photo-Dokumentation einer Frau, die er kennt (um die 3.000 Negative, wovon er nur die Hälfte sah). Das waren elf Jahre Arbeit (von denen leider nur noch die ersten vier Jahre vorliegen). Aber in WMF Commons ist diese Sammlung nur das Löschen wert? Eigenartig. --Methodios (talk) 01:33, 8 December 2024 (UTC)
P. S. Und wir sollten uns alle mal Gedanken über Vergänglichkeit machen. Hier ein Bild des Königs Wen (gest. 122 v. Chr.) und seiner Konkubine Zuo Furen - nebst ihren Überbleibseln, die im Laufe der Zeit auch etwas "verschwommen" sind:
- Museum of the Tomb of the King of Southern Yue in Western Han Dynasty
- Earthly remains of Zhao Mo = King Wen
- Remains of Concubine Zuo Furen
Das Grab des Königs Wen ist das einzige Steinkammergrab der Westlichen Han-Dynastie mit Wandmalereien. Wir sollten uns an dem freuen, was noch da ist - und es nicht noch vernichten. --Methodios (talk) 01:49, 8 December 2024 (UTC)
Kapitel aus: Lehrbuch des orthodoxen Christentums: Band 7: Exerzitien unter der Straße
Der Engel der Armen: Gumina Jasmin


Die in den siebziger und achtziger Jahren äußerst attraktive damalige Chefsekretärin des Reichsbahnpräsidenten der Reichsbahndirektion Dresden erkrankte 1994 an Bauchspeicheldrüsenkrebs und mußte sich einer partiellen Duodenopankreatektomie, einer so genannten Operation nach Kausch-Whipple (kurz Whipple-OP), unterziehen. Nach fünf Jahren sind bei dieser Erkrankung 99 % der Patienten tot. Ihr Mann brannte in Erwartung des baldigen Todes seiner Frau mit ihrer Pflegerin durch und brachte den geringen postsozialistischen Besitz des Ehepaars wie ein Auto, einen Kleingarten und ein paar tausend Mark auf seine Seite. Darüber hinaus überzog er auch das Konte der Eheleute und auch noch das seiner Frau mit je fünftausend Mark, so daß die schwerstkranke Frau wegen Kontosperrungen beinahe die Wohnung verlor. Die "großzügige" selbstsüchtige Caritas bot 50 Mark geborgt bis zum Monatswechsel an, damit die Frau wenigstens Lebensmittel einkaufen könnte.
Zwischen der Aktion wasserdicht und der späteren Gumina Jasmin bestand damals ein besonders enges Verhältnis. Sie war durch die Krankheit von Konfektionsgröße 38 auf 32 ausgezehrt und stellte der Aktion wasserdicht ihre ehemalige Dienstkleidung als Chefsekretärin, aber auch viele Privatkleidung - meist aus stark glänzendem DDR-Lederol - zur Verfügung. Da ihre umwerfende Attraktivität vom Reichsbahnpräsidenten in der Bekleidungskammer der Reichsbahn entdeckt wurde, wo sie als Maßschneiderin tätig war, nutzte sie ihre alten Beziehungen dorthin dazu, daß die Schutzausrüstung der Zivilverteidigung der DDR bei der Reichsbahndirektion Dresden nicht gänzlich vernichtet wurde, sondern teilweise durch die Aktion wasserdicht nachverwendet werden konnte.
Über die Aktion wasserdicht wurden dann Kunstwerke von Gumina Jasmin vermittelt, die in einer Kur angefangen hatte zu malen und ihre Zeit als Frührentnerin nun mit Malen ausfüllte. Diese Vermittlung konnte die bereits angedrohte Räumung seitens der Wohnungsgenossenschaft abwenden. Auch die Sparkasse ließ sich auf eine ratenweise Rückzahlung ein und trennte die vom Mann vorsätzlich gemachten Überziehungen in einem Sonderkredit ab, so daß ihr Konto wieder belastbar war.
Diese existentielle Unterstützung durch die Aktion wasserdicht machte Gumina Jasmin nicht nur zur exorbitanten Unterstützerin der Aktion, sondern auch zur Begründerin der Niemandskunst: Kunst für Obdachlose. Sie malte geradezu manisch unter dem Signum NiKu verhalf damit vielen von Obdachlosigkeit betroffenen zu einer Kaution für eine Wohnung, die von den zuständigen Ämtern nur sehr widerwillig und dann auch nur als Darlehen gewährt wurde. Für die Ämter war und ist es erheblich billiger, einem Obdachlosen nur die Grundsicherung ohne Wohnanteil zahlen zu müssen.


Durch ihre Kunstkontakte kam Gumina Jasmin mit den "besseren" Kreisen in Berührung und wurde ständig angefragt, als schicke, charmante und "abwaschbare" (glänzende) Begleitung zu fungieren. Mann sonnte sich liebend gern in ihrer außergewöhnlichen Ausstrahlung. Um ihre Obdachlosenhilfe erheblich verbessern zu können, nahm sie solche sich häufenden Angebote nach einer längeren Bedenkzeit dann doch an und unterstützte im Gegenzug insbesondere als "die Lady mit dem schwarzen Pudel" die Punk-Szene in der Dresdner Neustadt, aber auch weiterhin die Aktion wasserdicht. So wurde sie von ihren vielen Verehrern mit Latex-Catsuits, glatten und glänzenden farbigen Neoprengummianzügen, Kleppergummizeug usw. regelrecht beworfen und gab die vielen Dubletten dann an die Aktion ab. Infolge ihrer schweren Erkrankung und Operation prallten negative Meinungen zu ihrem Tun von ihr ab. Ihr ging es um ausgleichende Gerechtigkeit. Ihre Verehrer waren zumeist stinkreiche Westdeutsche, die oft mit sogenannter "Buschzulage" obendrein noch ein "Schweinegeld" in Sachsen verdienten. Von den chronisch armen Ossis, denen sie half, wurde sie als weiblicher "Robin Hood" angesehen, welche den Reichen nahm und den Armen gab. Diese Sichtweise macht sie sich zu eigen und motivierte sie sehr stark.



Den Punks brachte sie warmes Essen an deren Bettelplätze wie am Bahnhof Dresden-Neustadt, am Albertplatz oder am Alaunplatz und Alaunstraße und hatte immer ein paar Rollen Zweimarkstücke und ab 2002 Zweieurostücke parat, um die vielen Hände dort zu füllen. Der Punkspruch war: "Hast du mal eine Mark?" (meist zu "Haste mal'ne Mark?" verkürzt). Sie handelte als Christin nach dem Motto: "Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib." (aus der Bergpredigt: Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Verse 41 und 42) Wer sie um "'ne Mark" bat, bekam demzufolge gleich zwei. Ab 2002 lautet der Punk-Bettelspruch: "Haben sie etwas Kleingeld?" (oft verkürzt zu: "Ham'se 'n bißchen Kleenjeld?"). Während die Einkommen in Euro sich gegenüber der Mark halbierten, schenkte Gumia Jasmin jetzt jedem Punk, der sich noch nicht einmal mehr traute, nach einem Euro zu fragen, gleich zwei Euro, verdoppelte also ihr Almosen im Wert. Wenn überhaupt erhielten die Punks in der Regel ein paar Cent.


Gumina Jasmin wurde zum Liebling der Punkerszene in der Bunten Republik Neustadt. Deren Treffplatz war abends insbesondere der Platz vor der Scheune in der Alaunstraße - Geld für den Eintritt in die Veranstaltungen dort oder für die üblichpreisige Gaststätte darin hatten die wenigsten. Gumina Jasmin war wegen ihrer "fetzigen" Klamotten "übelst" angesehen. Daß eine Frau im "Oma-Alter" so unterwegs war, löste großes Erstaunen aus. Hinzu kam eine Seelenverwandschaft: während viele der Punk-Mädels durch das Leben auf der Straße mit dem dort üblichen Alkohol- und Drogenkonsum mächtig abgemagert waren, war es bei Gumina Jasmin die innere Krebserkrankung, welche sie so abmagern ließ. Sowohl die Punkerinnen als auch Gumina Jasmin lebten jeden Tag, als könnte es der letzte sein - weil sie die "Schwingen des Todes" über sich fühlten. Mehrere der Punkerinnen wurden noch nicht einmal volljährig.

Diese innere Verbundenheit führte dazu, daß Gumina Jasmin Kleidungswünsche ihrer jungen Freundinnen entgegennahm und sich dann diese "verrückten Fummel" gleich von zwei ihrer Verehrer verehren ließ, um einen davon der dann superglücklichen Punkerin zu schenken. So wurde sie in der Punkszene stilbildend, aber nicht nur dort: auch in der Gruftszene war sie regelmäßig zu Hause. Die traf sich jeden Samstag im "Bunker" im Kulturzentrum Strasse E. Da der Rassepudel dort keinen Einlaß fand, rissen sich die Grufties darum, auf ihn draußen aufpassen zu dürfen. Der Pudel wurde so zum Maskottchen der "Bunkergänger". Die schwerkranke Gumina Jasmin fühlte sich wegen ihrer schweren Krankheit zu den Grufties hingezogen, welche sie bewunderten. Als der Einlaß ihren Personalausweis kontrollierte, ob sie schon volljährig sei, staunte der Türsteher: "Sie sind ja älter als meine Mutter. Die würde hier nie hingehen. Sie sind die älteste Besucherin!" Sie bekam danach immer eine Ehrenbehandlung.
Jasmins Kleidungsstil beeinflußte die "Bunkergänger", sie nahm aber auch Elemente aus der Gruftszene in ihren Bekleidungsstil auf. Und wie bei den Punks leierte sie ihren Verehrern für arme und teils sogar obdachlose Grufties teure Wunschklamotten in schwarzem Lack oder Latex aus dem Kreuz. Grufties waren wegen ihres Aussehens nicht vermittelbar und dadurch chronisch arm - andererseits war die Jugendarbeitslosigkeit im Osten damals so hoch, daß sich Dauerarbeitslose dachten: 'Dann kann ich auch mein Innerstes ausleben - eine Chance bekomme ich so oder so nicht!'


Jasmin war damals im Real Life eine Influenzerin - sie wurde schon in der Lehrzeit wegen ihrer Lederol-Manie als "das Lederli" bezeichnet und lebte sich ab 1968 dann mit den verrücktesten Outfits so richtig aus. Als gelernte Maßschneiderin konnte sie sich alle Wunsch-Outfits aus Lederol oder Igelitt selbst herstellen. Es hieß: "In Igelitt und Lederol fühlt sich jeder Zoni wohl." Gelernt hatte sie bei dem Dresdner Schneidermeister Fritz Stirn (1905 bis 2002; Meister 1928, bis 1990 tätig). Der Dresdner Volksmund blieb auch nach der Wende bis zuletzt bei "Lederli" - egal, ob sie Lack, Latex oder Neopren anhatte, das war alles eins. Ganz besonders mochte sie sehr glanzvolle Auftritte in Gold und Silber - und dichtete einen Schlager um in "Bronze, Silber und Gold hab ich nur gewollt!"
Regelmäßig verursachte sie mit ihrer Erscheinung ein Verkehrschaos in der Innenstadt. Oder das hohe Baugerüst am Staatstheater stürzte fast um, weil alle Bauarbeiter ihr nachhingen. Oder sie leerte ganze Kneipen, an denen sie nur vorbeiging, weil mann hinausstürzte, um ihr nachzusehen. Mehrfach sprangen honorige Männer aus ihren SUVs und beknieten sie ungeachtet des Straßenschmutzes, mit ihr auszugehen. Reisegruppen verrenkten sich nur noch nach ihr den Hals und nicht mehr nach den Stadtbilderklärungen ihres Stadtführers. Sie verführte viel stärker. Es war bezeichnenderweise ein Frau, eine Amerikanerin, welche sich traute zu rufen: "Oh my God! The best of the best of the best!"
All diese Stärke nutzte sie, um den Obdachlosen, Punks und Grufties zu helfen. Sie hat nicht viel Materielles hinterlassen. Ihre Wohnung wurde nach ihrem Tod in einen Müll-Container geräumt. Aber sie ist in den Herzen vieler armer Ossis noch immer als die weibliche "Robin Hood" und weichherziger "Engel der Armen" in liebevoller Erinnerung.
--Methodios (talk) 07:31, 7 December 2024 (UTC)
- @Methodios is this a deletion request, or what exactly is this text? Nakonana (talk) 13:10, 8 December 2024 (UTC)

- Danke der Nachfrage und für dein Interesse. DIESER Text ist der Beweis dafür, daß ich KEINEN UNSINN hochlade - sondern daß ich die Bilder für meine WMF-Projekte brauche. In diesem Falle für zwei! Projekte in Wikibooks. Der längere Text kommt noch, der dauert eben auch etwas länger ;-) Mal wieder Power-QS mittels LA ;-) Vielen lieben Dank, Kollegen ;-) Als Experte in der Löschhölle und Schöpfer des WMF-Löschgeiers bei seiner Arbeit ;-) weiß ich schon, wo hier der Hase langläuft resp. der Geyer langfliegt ;-). Ich würde doch sehr darum bitten, mir nicht meine Bilder aus meinen Projekten herauszulöschen. Solche Löscheritis hätte wirklich Konsequenzen ;-). Sehen wir aber das Ganze doch erst einmal ganz entspannt. Noch ist ja nichts passiert. Ich hoffe ja immer auf die Aufklärung und Minerva, die Göttin der Weisheit und des taktischen Verteidigungskrieges und Hüterin des Wissens. Schönen zweiten Advent noch (den haben wir hier in Deutschland heute). Liebe Grüße --Methodios (talk) 17:14, 8 December 2024 (UTC)
- Eher ungewöhnlich inhaltliche Texte auf dieser Seite zu posten. Nakonana (talk) 22:14, 8 December 2024 (UTC)
- Moin, Nakonana. Ja - es ist ungewöhnlich. Ich hätte vielleicht noch schreiben sollen, daß in diesem Text etliche der hier diskutierten Photographien integriert sind. Man schließt immer zu sehr von sich auf andere und geht von seinem eigenen Wissen aus. Vielleicht macht es die Vielzahl der hier diskutierten Dateien zu unübersichtlich. In dem zweiten Text, der eine Erweiterung des ersten darstellt, werden dann noch mehr dieser Dateien integriert sein. Liebe Grüße --Methodios (talk) 05:49, 9 December 2024 (UTC)
Der Engel der Armen: Gumina Jasmin
- Gumina Jasmin im sonnigen September 2001 vor der Tür ihrer Plattenbauwohnung - in brennend rotem Lack über heißem Latexgummi.
- Gumina Jasmin im sonnigen September 2001 vor der Tür ihrer Plattenbauwohnung - auch ein schöner Lack-Rücken kann entzücken und verlocken.
- Gumina Jasmin im sonnigen September 2001 vor der Tür ihrer Plattenbauwohnung - roter Lackmini, schwarze Stiefeln und silberne Strumpfhose.
Die in den siebziger und achtziger Jahren äußerst attraktive damalige Chefsekretärin des Reichsbahnpräsidenten der Reichsbahndirektion Dresden erkrankte 1994 an Bauchspeicheldrüsenkrebs und mußte sich einer partiellen Duodenopankreatektomie, einer so genannten Operation nach Kausch-Whipple (kurz Whipple-OP), unterziehen. Nach fünf Jahren sind bei dieser Erkrankung 99 % der Patienten tot. Ihr Mann brannte in Erwartung des baldigen Todes seiner Frau mit ihrer Pflegerin durch und brachte den geringen postsozialistischen Besitz des Ehepaars wie ein Auto, einen Kleingarten und ein paar tausend Mark auf seine Seite. Darüber hinaus überzog er auch das Konte der Eheleute und auch noch das seiner Frau mit je fünftausend Mark, so daß die schwerstkranke Frau wegen Kontosperrungen beinahe die Wohnung verlor. Die "großzügige" selbstsüchtige Caritas bot 50 Mark geborgt bis zum Monatswechsel an, damit die Frau wenigstens Lebensmittel einkaufen könnte.
"Aktion wasserdicht"

Zwischen der Aktion wasserdicht und der späteren Gumina Jasmin bestand damals ein besonders enges Verhältnis. Sie war durch die Krankheit von Konfektionsgröße 38 auf 32 ausgezehrt und stellte der Aktion wasserdicht ihre ehemalige Dienstkleidung als Chefsekretärin, aber auch viele Privatkleidung - meist aus stark glänzendem DDR-Lederol - zur Verfügung. Da ihre umwerfende Attraktivität vom Reichsbahnpräsidenten in der Bekleidungskammer der Reichsbahn entdeckt wurde, wo sie als Maßschneiderin tätig war, nutzte sie ihre alten Beziehungen dorthin dazu, daß die Schutzausrüstung der Zivilverteidigung der DDR bei der Reichsbahndirektion Dresden nicht gänzlich vernichtet wurde, sondern teilweise durch die Aktion wasserdicht nachverwendet werden konnte.
Über die Aktion wasserdicht wurden dann Kunstwerke von Gumina Jasmin vermittelt, die in einer Kur angefangen hatte zu malen und ihre Zeit als Frührentnerin nun mit Malen ausfüllte. Diese Vermittlung konnte die bereits angedrohte Räumung seitens der Wohnungsgenossenschaft abwenden. Auch die Sparkasse ließ sich auf eine ratenweise Rückzahlung ein und trennte die vom Mann vorsätzlich gemachten Überziehungen in einem Sonderkredit ab, so daß ihr Konto wieder belastbar war. Diese Erfolge machte ihr wieder Lebensmut, und sie ging deswegen selbst auf Sponsorensuche.
Da es im armen Osten kaum Vermögende gibt, traf sie sich mit solventen Herren oft im Hotel Hilton. Sie bekam sogar Angebote, in die Schweiz, nach Östereich oder sogar nach Mallorca überzusiedeln, entschied sich aber dafür, in Dresden zu bleiben. Ohne die Sicherheit einer Heirat wäre sie nie ins Ausland gegangen - aber soweit wollten die vorgeblich "sehr interessierten Herren" dann doch nicht gehen.
- Gumina Jasmin in lindgrüner Lackjacke und schwarzem Lack-Overall und schwarzen Lack-Stiefeln vor dem Hotel Hilton
- Ein Sponsor hatte ihr einen knallengen "dezenten" Lack-Anzug in himmelblau geschenkt, den sie beim nächsten Mal (er)tragen sollte
- Sommer 2001: Ein glänzender heißer Auftritt in gleißendem heißen Höschen - sie hatte sehr großen Erfolg an dem Tag und konnte sich vor Sponsoren kaum retten.
Gründerin der "Niemandskunst: Kunst für Obdachlose"
Diese existentielle Unterstützung durch die Aktion wasserdicht machte Gumina Jasmin nicht nur zur exorbitanten Unterstützerin der Aktion, sondern auch zur Begründerin der Niemandskunst: Kunst für Obdachlose. Sie malte geradezu manisch unter dem Signum NiKu verhalf damit vielen von Obdachlosigkeit betroffenen zu einer Kaution für eine Wohnung, die von den zuständigen Ämtern nur sehr widerwillig und dann auch nur als Darlehen gewährt wurde. Für die Ämter war und ist es erheblich billiger, einem Obdachlosen nur die Grundsicherung ohne Wohnanteil zahlen zu müssen.
- Gumina Jasmin in rotem Latex und weißen Stiefeln (Weihnachten 2003)
- Die weiß gestiefelte Katze als roter Weihnachtsengel 2003
- Auf Einkaufstour für die verrücktesten Schuhe. Nähe Pirnaischer Platz.
Durch ihre Kunstkontakte kam Gumina Jasmin mit den "besseren" Kreisen in Berührung und wurde ständig angefragt, als schicke, charmante und "abwaschbare" (glänzende) Begleitung zu fungieren. Mann sonnte sich liebend gern in ihrer außergewöhnlichen Ausstrahlung. Um ihre Obdachlosenhilfe erheblich verbessern zu können, nahm sie solche sich häufenden Angebote nach einer längeren Bedenkzeit dann doch an und unterstützte im Gegenzug insbesondere als "die Lady mit dem schwarzen Pudel" die Punk-Szene in der Dresdner Neustadt, aber auch weiterhin die Aktion wasserdicht. So wurde sie von ihren vielen Verehrern mit Latex-Catsuits, glatten und glänzenden farbigen Neoprengummianzügen, Kleppergummizeug usw. regelrecht beworfen und gab die vielen Dubletten dann an die Aktion ab. Infolge ihrer schweren Erkrankung und Operation prallten negative Meinungen zu ihrem Tun von ihr ab. Ihr ging es um ausgleichende Gerechtigkeit. Ihre Verehrer waren zumeist stinkreiche Westdeutsche, die oft mit sogenannter "Buschzulage" obendrein noch ein "Schweinegeld" in Sachsen verdienten. Von den chronisch armen Ossis, denen sie half, wurde sie als weiblicher "Robin Hood" angesehen, welche den Reichen nahm und den Armen gab. Diese Sichtweise macht sie sich zu eigen und motivierte sie sehr stark.
Eingedenk der negativen Erfahrungen mit Behörden aus Nordrhein-Westfalen initiiert die "Kunst für Clothing First" heute keine Verkaufsausstellungen oder kostenträchtigen Galerieausstellungen mehr, sondern tauscht Kunstwerke in erster Linie gegen wetterfeste Kleidung. Mit dieser Methode können natürlich keine Wohnungen "eingetauscht" werden. Allerdings bekommte der/die Obdachlose eine straßentaugliche "Kulturhülle" als "Mini-Wohnung".
Passend zur Straßenkultur werden Kunstwerke vor allem auf Straßengalerien oder bei Konzeptkunstaktionen angepriesen.
- zu einzelnen Kunstwerken siehe Abschnitt Exerzitien aktuell
Sommer 2001: Die verrücktesten Schuhe und die kürzesten roten lockenden Lack-Röckchen waren für den Sponsoren-Fang gerade gut genug.
Eine laue Sommernacht 2001: Nur in langem braunen Lederolmantel und langen schwarzglänzenden "Bettstiefeln" auf Werbe-Tour für ihre Schützlinge - Punks, Grufties, Froschfrauen ...
Die Lady in Black mit dem schwarzen Pudel: der schwarze Engel der Neustädter Punks
- Gumina Jasmin mit schwarzem Pudel auf Punkertour spät abends am Bahnhof Dresden-Neustadt.
- Gumina Jasmin auf Punkertour spät abends am Bahnhof Dresden-Neustadt.
- Gumina Jasmin mit schwarzem Pudel auf Punkertour spät abends am Bahnhof Dresden-Neustadt.
Den Punks brachte sie warmes Essen an deren Bettelplätze wie am Bahnhof Dresden-Neustadt, am Albertplatz oder am Alaunplatz und Alaunstraße und hatte immer ein paar Rollen Zweimarkstücke und ab 2002 Zweieurostücke parat, um die vielen Hände dort zu füllen. Der Punkspruch war: "Hast du mal eine Mark?" (meist zu "Haste mal'ne Mark?" verkürzt). Sie handelte als Christin nach dem Motto: "Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib." (aus der Bergpredigt: Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Verse 41 und 42) Wer sie um "'ne Mark" bat, bekam demzufolge gleich zwei. Ab 2002 lautet der Punk-Bettelspruch: "Haben sie etwas Kleingeld?" (oft verkürzt zu: "Ham'se 'n bißchen Kleenjeld?"). Während die Einkommen in Euro sich gegenüber der Mark halbierten, schenkte Gumia Jasmin jetzt jedem Punk, der sich noch nicht einmal mehr traute, nach einem Euro zu fragen, gleich zwei Euro, verdoppelte also ihr Almosen im Wert. Wenn überhaupt erhielten die Punks in der Regel ein paar Cent.

Unvergeßlich der Punk am Bettelplatz KONSUM Alaunstraße (dort, wo ein älterer Security-Mann einen Punk verfolgte und an einem Herzanfall starb - dieser Vorfall diente als Romanvorlage). Es war kurz vor Weihnachten 2001 mit Schnee - eisig, stürmisch und schneidend.[1] Und die Zähne des Punks klapperten wie die Würfel in einem Würfelbecher. Dabei stieß er mühsam und weinerlich hervor: "Angeblich haben wir eine Klimaerwärmung!" Die ganze Punkertruppe lachte lauthals. Gumina Jasmin stürzte sofort zum nächsten Glühweinstand und brachte ein ganzes Tablett zur Erwärmung mit. Es reichte für alle, manche bekamen sogar zwei, so auch der Zähneklapperer. Danach ging es ihm wieder besser. Das Heulen und Zähneklappern (ὁ κλαυθμὸς καὶ ὁ βρυγμὸς τῶν ὀδόντων) war damit beendet. Im Neuen Testament werden damit der Qualen der in die Hölle Verdammten beschrieben. Für Gumina Jasmin waren die Punks bereits auf der Erde verdammt, weswegen sie ihnen ganz besonders half.


Gumina Jasmin wurde zum Liebling der Punkerszene in der Bunten Republik Neustadt. Deren Treffplatz war abends insbesondere der Platz vor der Scheune in der Alaunstraße - Geld für den Eintritt in die Veranstaltungen dort oder für die üblichpreisige Gaststätte darin hatten die wenigsten. Gumina Jasmin war wegen ihrer "fetzigen" Klamotten "übelst" angesehen. Daß eine Frau im "Oma-Alter" so unterwegs war, löste großes Erstaunen aus. Hinzu kam eine Seelenverwandschaft: während viele der Punk-Mädels durch das Leben auf der Straße mit dem dort üblichen Alkohol- und Drogenkonsum mächtig abgemagert waren, war es bei Gumina Jasmin die innere Krebserkrankung, welche sie so abmagern ließ. Sowohl die Punkerinnen als auch Gumina Jasmin lebten jeden Tag, als könnte es der letzte sein - weil sie die "Schwingen des Todes" über sich fühlten. Mehrere der Punkerinnen wurden noch nicht einmal volljährig.
Diese innere Verbundenheit führte dazu, daß Gumina Jasmin Kleidungswünsche ihrer jungen Freundinnen entgegennahm und sich dann diese "verrückten Fummel" gleich von zwei ihrer Verehrer verehren ließ, um einen davon der dann superglücklichen Punkerin zu schenken.
Als schwarzer Engel für die Punks in der Nähe Schillerplatz (Dresden) - immer von Kopf bis Fuß auf "Gruftie" eingestellt - und sogar noch bis in die Fingerspitzen.
Der schwarze Engel der Grufties im Bunker Straße E und im Purgatory Schönbrunnstraße 1a
- Konzert- und Eventlocation "Spinnerei" im Kulturzentrum Strasse E.
- Troy Van Leeuwen mit Serrina Sims als Sweethead im Kulturzentrum Strasse E.
So wurde sie in der Punkszene stilbildend, aber nicht nur dort: auch in der Gruftszene war sie regelmäßig zu Hause. Die traf sich jeden Samstag im "Bunker" im Kulturzentrum Strasse E. Da der Rassepudel dort keinen Einlaß fand, rissen sich die Grufties darum, auf ihn draußen aufpassen zu dürfen. Der Pudel wurde so zum Maskottchen der "Bunkergänger". Die schwerkranke Gumina Jasmin fühlte sich wegen ihrer schweren Krankheit zu den Grufties hingezogen, welche sie bewunderten. Als der Einlaß ihren Personalausweis kontrollierte, ob sie schon volljährig sei, staunte der Türsteher: "Sie sind ja älter als meine Mutter. Die würde hier nie hingehen. Sie sind die älteste Besucherin!" Sie bekam danach immer eine Ehrenbehandlung.

Jasmins Kleidungsstil beeinflußte die "Bunkergänger", sie nahm aber auch Elemente aus der Gruftszene in ihren Bekleidungsstil auf. Und wie bei den Punks leierte sie ihren Verehrern für arme und teils sogar obdachlose Grufties teure Wunschklamotten in schwarzem Lack oder Latex aus dem Kreuz. Grufties waren wegen ihres Aussehens nicht vermittelbar und dadurch chronisch arm - andererseits war die Jugendarbeitslosigkeit im Osten damals so hoch, daß sich Dauerarbeitslose dachten: 'Dann kann ich auch mein Innerstes ausleben - eine Chance bekomme ich so oder so nicht!'
Als Gold- und Silberengel für die Armen unterwegs


Jasmin war damals im Real Life eine Influenzerin - sie wurde schon in der Lehrzeit wegen ihrer Lederol-Manie als "das Lederli" bezeichnet und lebte sich ab 1968 dann mit den verrücktesten Outfits so richtig aus. Als gelernte Maßschneiderin konnte sie sich alle Wunsch-Outfits aus Lederol oder Igelitt selbst herstellen. Es hieß: "In Igelitt und Lederol fühlt sich jeder Zoni wohl." Gelernt hatte sie bei dem Dresdner Schneidermeister Fritz Stirn (1905 bis 2002; Meister 1928, bis 1990 tätig). Der Dresdner Volksmund blieb auch nach der Wende bis zuletzt bei "Lederli" - egal, ob sie Lack, Latex oder Neopren anhatte, das war alles eins. Ganz besonders mochte sie sehr glanzvolle Auftritte in Gold und Silber - und dichtete einen Schlager um in "Bronze, Silber und Gold hab ich nur gewollt!"
Regelmäßig verursachte sie mit ihrer Erscheinung ein Verkehrschaos in der Innenstadt. Oder das hohe Baugerüst am Staatstheater stürzte fast um, weil alle Bauarbeiter ihr nachhingen. Oder sie leerte ganze Kneipen, an denen sie nur vorbeiging, weil mann hinausstürzte, um ihr nachzusehen. Mehrfach sprangen honorige Männer aus ihren SUVs und beknieten sie ungeachtet des Straßenschmutzes, mit ihr auszugehen. Reisegruppen verrenkten sich nur noch nach ihr den Hals und nicht mehr nach den Stadtbilderklärungen ihres Stadtführers. Sie verführte viel stärker. Es war bezeichnenderweise ein Frau, eine Amerikanerin, welche sich traute zu rufen: "Oh my God! The best of the best of the best!"
All diese Stärke nutzte sie, um den Obdachlosen, Punks und Grufties zu helfen. Sie hat nicht viel Materielles hinterlassen. Ihre Wohnung wurde nach ihrem Tod in einen Müll-Container geräumt. Aber sie ist in den Herzen vieler armer Ossis noch immer als die weibliche "Robin Hood" und weichherziger "Engel der Armen" in liebevoller Erinnerung.
Als Gold- und Silberengel für die Armen unterwegs - hier als Silberengel auf dem zentralen Pirnaischen Platz.
- Einschub: die Photo-Reihe als goldener Engel ist erheblich umfangreicher und eindrucksvoller als die zum silbernen Engel. Bis dato habe ich diese Reihe aber noch nicht nach Commons geladen, weil ich dort gerade durch einen Löchantrag auf alle Bilder für meine Arbeit behindert werde. Zwar hatte ich das nicht vor, weil nach neueren Statistiken die Verlage an die Autoren nur 6% der Einnahmen geben - an den Buchhändler aber durchaus 30% und mehr, was in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand steht - aber wenn WMF wieter so bescheuert reagiert, kann ich meine wertvolle Bildersammlung auch Verlagen anbieten - und die haben dann garantiert die Technik, auf der der 250-Millionen-Dollar-Konzern WMF sitzt und nichts für mich "nützlichen Idioten tut". Seit zwei Jahren habe ich angemahnt, daß mir aus finanziellen Gründen die aktuelle Technik fehlt (s. o.) - und keinen interessierts.
- P.S. Sollte meine Photoarbeit hier gelöscht werden, steht dieses Buch hier möglicherweise ebenfalls zur Löschung an. Sind jetzt schon über 100 Seiten Text - mit den Bildern eher 150 Seiten - und das ist erst der Anfang nach wenigen Tagen.
Aufbau der Familiaren der obdachlosen "Gummi-Nonnen"
- Zu den Gummi-Nonnen siehe auch den diesbezüglichen Abschnitt




Über das Purgatory in der Schönbrunnstraße 1a (in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei) kam Gumina Jasmin ab 2000 in engen Kontakt zu Marianne Köster, die als Gumina Ina seit 1990 immer mittwochs auch den Latextreff an verschiedenen Orten organisierte. Beide Guminas schlüpften wegen der hohen Nachfrage auch in die Rolle des "Vollschutz-Weibes". Darüber hinaus teilten sie sich den Dienst im Purgatory, das damals täglich geöffnet hatte und nicht nur Punks, sondern auch Grufties anzog, zumal im gleichen Hause damals der Gothic-Laden "Bloody Kiss" seine Gruftie-Kollektion anbot - und darüber hinaus auch noch die LLL-Kollektion des ehemaligen "Under the skin", das im gleichen Haus wie das "Cafe bizarre" (Rudolf-Leonhard-Str. 35) firmiert hatte (die Ecke zur Tannenstraße am Königsbrücker Platz). Beide Unternehmen gingen im Jahr 2000 bankrott, so daß Marianne Köster auch ihren Latextreff von der Rudolf-Leonhard-Str. 35 in das Porgatory verlegen mußte. Im ehemaligen "Cafe bizarre" findet sich heute (2024) das "AnTon.Kneipe + Restaurant".[2] Infolge der ständigen Öffnung des Purgatorys für die teilweise obdachlose Neustädter Szene (Punks, Grufties, Feties etc.) hatte die Einrichtung Dauergäste, die beispielsweise von einem Latextreff bis zum nächsten und zum übernächsten usw. blieben. Unter diesen obdachlosen Feties war Marion die aktivste, eine um 1995 entlaufene Nonne, welche sich als Latexnonne gefiel. Dieses Beispiel machte Schule. Schon bald gab es sechs bis acht Latexnonnen pro Mittwoch. Marianne Köster brachte Marion infolge ihrer Treue bei sich im Alternativ-Projekt Bischofsweg 16 unter.
2002 wurde einschneidend für das Purgatory. Durch die Einführung des Euro (auch als Teuro bezeichnet) sank die Bereitschaft des Publikums, für die bereitgestellten Getränkeflaschen ein kleines Trinkgeld zu geben - im Gegenteil: einige Punks, aber sogar Grufties versuchten, sich auf Kosten des Purgatory ganz ohne Bezahlung durchzusaufen und mußten deshalb ausgeschlossen werden. Da die Räume als Kellerräume einer Mietwohnung finanziert waren, bestand zunächst kein besonderer Schließungsdruck.
Als aber im Sommer 2002 Marianne Kösters Dachwohnung im Bischofsweg 16 geräumt wurde und damit auch Marion wieder obdachlos wurde, fielen beide als Säulen des Purgatory aus, weil sie deswegen in einem alten, nassen Bunker die obdachlosen "Gummi-Nonnen" gründeten. Marion hatte dort schon um 1997/1998 genächtigt - in wasserdichter Kleidung und einem wasserdichten Schlafsack. Von den etwa acht Latexnonnen des Latextreffs im Purgatory wurden die drei damals obdachlosen zu "Gummi-Nonnen" bei Marianne und Marion: Schwester Innocentia, Schwester Sophia und Schwester Larissa. Marianne Köster hatte die Räumung nicht verkraftet und kam nach einem Widerstand gegen die Räumung zwangsweise in eine medizinische Einrichtung. Nachfragen ergaben kein Ergebnis, auch weil niemand mit ihr verwandt war. Als alleinstehende 60-jährige konnte sie das System einfach so verschwinden lassen. Gutbezahlte Sozialarbeiter, die sie betreuten, verbreiteten immer nur: "Ihr geht es gut". 2003 wurde dann bekannt, daß sie - wahrscheinlich schon Ende 2002 - verstorben war, so "gut" ging es ihr.
Durch diese Vorgänge wurde die Personaldecke helfender Hände im Purgatory so dünn, daß es geschlossen werden mußte. Zudem wurde es nach den Hausverboten klauender Trinker weniger frequentiert. Die Geräte (Andreaskreuze, Pranger, Böcke, Vakuumbetten, Särge etc.) wurden zum Selbstkostenpreis (Materialpreis) nach Teneriffa an eine Finca verkauft, die sich im Bereich Gothic etablieren wollte (die Finca übernahm auch den Containertransport). 2002 begann im ehemaligen Cafe bizarre auch die Bar 202 mit regelmaßigen Stammtischen (so den auch Latextreff und den neuen SM-Stammtisch) und Partys für Fetischisten und SMer. Diese Neugründung an altem Ort erleichterte die Entscheidung, das Purgatory zu schließen, wesentlich.
- Gumina Jasmin als gestiefelte, gespornte und geschnürte Katze auf Sponsorenfang für die "Gummi-Nonnen"
- Wenn es kälter wurde, wärmte ein Fuchs - eine ideale Werbe-Ikone für den außergewöhnlichen Konvent
- Wenn es warm und sonnig wurde, konnte sie ihre Schnürung präsentieren - ein besonderer Blick-Fang
Gumina Jasmin kümmerte sich jetzt vor allem anderen um die obdachlosen "Gummi-Nonnen" und beschaffte denen aus ihrem Kundenkreis Sponsoren, die sich wie in der Orthodoxie üblich um die leiblichen Belange kümmern. Darunter sind sehr solvente Herren, denen es ein Bedürfnis ist, die "Gummi-Nonnen" standesgemäß mit maßgeschneiderten Latexgummi und maßgeschneiderten Neoprengummi einzukleiden. Auch Essen und Trinken wird im Überfluß in exzellenter Qualität bereitgestellt - im Gegenzug für das Ewige Gebet für das Seelenheil der frommen Spender.
- St.-Bartholomäus-Kirche mit Empore für die Leprakranken und andere "Sünder Siechen"
- Dezember 2003 - Weihnachtsbesuch im nassen Bunker bei den "Gummi-Nonnen"
- Gumina Jasmin in wasserdichter Kleidung
- Lack über Neopren und Latex (wegen der Kälte)

Darüber hinaus besuchte Gumina Jasmin den Konvent regelmäßig und hielt den Kontakt zwischen ihm und dem Kreis der unterstützenden "Familiaren". Einige der Großspender wollten natürlich unbedingt die "Gummi-Nonnen" sehen. Ein Vorbild wurde die ehemalige Bartholomäuskirche des "Hospitals zum Sünder Siechen" in der Wilsdruffer Vorstadt. Der Innenraum der St.-Bartholomäus-Kirche in Dresden durfte von den Leprakranken und anderen "Sünder Siechen" nicht betreten werden, welche die Gottesdienste zunächst nur durch Schall-Löcher, später aber von einer hölzernen Empore aus verfolgen konnten. Im Konvent der "Gummi-Nonnen" dürfen die Familiaren die Gottesdienste und Stundengebete nur durch ein kleines vergittertes Fenster in der Wand mit verfolgen, das extra zu diesem Zweck mühsam durch den Blaubeton hindurch geschaffen wurde. Bezeichnenderweise leiden auch die Konventsmitglieder an einer Art Lepra: der sogenannte "Gummi-Lepra", welche durch das exzessive Tragen von insbesondere engem Latexgummi verursacht wird. Auch Gumina Jasmin litt damals schon seit Jahren an dieser Hautkrnakheit mit größflächigen und tiefen Exzemen. Dadurch verstand sie sich auch so gut mit dem Konvent. Sie war neben Marion die zweite Latexnonne beim Latextreff von Gumina Ina (Marianne Köster).
- Einschub: es existieren auch einige wenige Bilder von Gumina Jasmin als Latexnonne, natürlich nicht im Latextreff aufgenommen (Photograhierverbot!) und erst recht nicht im Konvent, sondern mal wieder vor dem Losgehen bei ihr im Flur (vor dem Spiegel, auf dem Hocker neben der Tür etc.) - diese hier hingehörenden Photographien stehen derzeit nicht zur Verfügung, weil Commons die mindere Qualität anmeckert - es muß erst die Entscheidung im Löschantrag abgewartet werden, bis weitere Bilder hochgeladen werden
Vorbild Santa Rita
Vorbild Hl. Teresa von Avila
Weitere Vorbilder
- Georgine Gérard zugeschrieben (1808–1841): Moniale Augustine priant
- Sergei Ivanovich Gribkov (1822–1893): Junge Nonne im Gebet 1852
- Janet Leigh in studio portrait for The Red Danube
- Mère Émilie Gamelin, sculpture de Raoul Hunter
Gumina Jasmin als Helferin der obdachlosen Froschfrauen
- Zu den Froschfrauen siehe auch den ihnen gewidmeten Abschnitt
- Die persönliche geschützte "Nische" eines Wieners in der Kanalisation (um 1900)
- Ratte in der 125th Station in der New York City Subway.
- Wassereinbruch in die New York City Subway zwischen Brooklyn und Manhattan beim East River.
- Zuweilen wird es auch zu nass in der New York City Subway
Schon immer haben sich Obdachlose in nassen Kellern, in der Kanalisation oder in nassen Bunkern verkrochen, um so ihre persönliche geschützte "Nische" zu haben. Legendär durch Viktor Hugos Die Elenden (französisch: Les Misérables) ist das "zwielichtige" Volk in der Pariser Kanalisation. Moderner sind die "U-Bahn-Menschen", vor allem aus New York und London, aber auch aus Berlin und Hannover und weiteren deutschen Städten. In Dresden finden die "zwielichtigen Gestalten" jede Menge ehemalige Bunker und Tunnel des "Tausendjährigen Reiches" ("Festung Dresden"), aber auch von den Sowjettruppen und der DDR, die sie sich dann mit Ratten und Ungeziefer und viel Wasser teilen müssen. Ohne einen wasserdichten Vollschutz ist ein Übernachten oder gar Leben dort nicht möglich. Aus der Not eine Tugend machend, entwickelten sich kleine Gruppen von zunächst "Kloaken-Punks". Da aber nur die Frauen robust genug für ein dauerhaftes Leben unter diesen Umständen waren, blieben nur noch die Froschfrauen übrig.
- Gumina Jasmin in Latex-Overall und Latex-Jacke für den Besuch bei den Froschfrauen (Juni 2004)
- Gumina Jasmin auf dem Weg zu den Froschfrauen an der Elbe (2003)
- Der "Parkplatz" einer Froschfrau für ihr nächtliches Mülltauchen (engl. dumpster diving) auch:Containern)
- Indische Mülltaucherin mit Sprichwort: „Des einen Müll ist des anderen Schatz“. DSNY on east 99th
- Froschfrauenlager in einem Gebüsch nicht allzu weit von einem Bunkereingang
Viele Dresdner Froschfrauen kamen zu Marianne Kösters Latextreff. Hier lernten sie die Latexnonnen Marion (später Mutter Teresa) und Gumina Jasmin kennen. Dieser Kontakt blieb nicht ohne Folgen: Marianne Köster, eine der ersten Latexhändlerinnen Deutschlands und die erste, die Punkmode von Vivien Westwood aus dem Sex in London importierte, besorgte alle Latexnonnenkostüme und -masken, die gewünscht wurden - und Gumina Jasmin besorgte über ihre Kundschaft die Sponsoren. Es machte den solventen Herren richtig Spaß, die Froschfrauen in hautenges Latex einzukleiden - und sie ließen sich diesen Spaß jede Menge kosten. Schließlich gab es bis zu acht Latexnonnen beim Latextreff am Mittwoch.
Froschfrauen gab es schon seit der Wende 1989/1990. In den neuen Bundesländern entwickelten die von Obdachlosigkeit betroffenen jüngeren Menschen eine Subkultur des Punks, die nach den bevorzugten Aufenthaltsorten in Kellern oder in der Kanalisation "Kloaken-Punk" genannt wurde. Mitte Januar 1991 und im ganzen Februar wurden regelmäßig zweistellige Minusgrade erreicht. Die im Sommer bevorzugten Orte wie leerstehende Häuser, Lauben und Garagen waren in der Regel nicht wintertauglich, so daß eine Verdrängung der Szene in den Untergrund stattfand. Die Aktion wasserdicht konnte den gestiegenen Bedarf nicht mehr abfedern, die im Westen üblichen Ostfriesenanzüge, Gummistiefeln und -handschuhe gingen rasch zur Neige. Als Ersatz diente dann Schutzkleidung von der ZV (Zivilverteidigung) oder NVA (Nationalen Volksarmee), die in Massen ausgesondert wurde und in dieser Größenordnung nicht genügend Abnehmer fand. Diese Mischung aus ostdeutschem ZV-Schutzanzug mit angeschweißten Gummistiefeln und westdeutschem Ostfriesennerz war damals die klassische Unisex-Bekleidung der Kloaken-Punks, ähnlich den abgetragenen "No-Future-Lederjacken" mit Doc Martens Stiefeln des klassischen Punks seit den 1970er Jahren. Und ähnlich wie damals in London trugen nun ostdeutsche Jugendliche Gummikleidung nicht nur aus praktischen Gründen, sondern auch zum Provozieren und als Ausdruck ihrer Rebellion gegen das "Establishment".
Im Laufe der neunziger Jahre änderte sich die Klientel weg vom Kloakenpunk hin zu Froschfrauen im engeren Sinne. Diese bevorzugten Neoprengummianzüge und Taucheranzüge der NVA wie den DELPHIN, aber auch moderne Schutzanzügen wie den ZODIAK oder grellbunten Vollschutz von Draeger.
- Froschfrau nach dem Mülltauche in "Froschleder" mit lederschonenden hautengen Unterziehern aus Latex und Neopren
- Froschfrau mit goldenem Umhang, der das "Froschleder", Latex und Neopren verdecken soll
- Froschfrau mit goldenem Umhang im Umsonstladen bei 30 Grad im Schatten (12. August 2020)
- Froschfrau am Kostümverleih - und verkauf schaut nach neuen Faschingsmasken aus Gummi
- Die Froschfrau muß sich Lederhut und Perücke richten und ständig trinken bei der Hitze
- Die Froschfrau sammelt erfrischt weiter Straßenmüll auf - bei 61 Grad auf ihrer Lederhaut


Einige wenige Froschfrauen wie Viola Vogler pendeln zwischen der Straße und der "Unterwelt" hin und her, wobei sie im Sommer extreme Temperaturen auf sich nehmen. Bei einer probeweisen Messung der Temperatur von Violas schwarzem Froschleder ergab 61 Grad Celsius in der prallen Sonne bei 30 Grad im Schatten. Die Hitze staute sich unter den schwarzen, luftdichten Klamotten - außerdem produzierte Viola selbst auch noch sehr viel Wärme, weil sie mächtig schwitzte und dadurch weit über zehn Liter Flüssigkeit verbrauchte. Unter ihrem "Froschleder" trug sie auch noch lederschonende und geruchsdichte mehrere hautengen Unterzieher aus Latex und Neopren - und das bei 61 Grad auf ihrer schwarzen Lederhaut. Sie begründete das so: "Ich bin Schaustellerin." Sie steht oft den ganzen Tag lang als "Lebende Statue", um so Geld zu verdienen - mit oder ohne straßenzeitung. In ihrem Gepäck sind dann um die zehn Liter Getränke aus Angst vor Dehydrierung bei der Hitze. Dennoch hat sie schon sehr viele Hitzschläge erlitten. Mit inzwischen 66 Jahren (2024) ist sie auch nicht mehr die Jüngste und Gesündeste - im Gegenteil, dieses Straßenleben geht ihr schon "mächtig an die Nieren" und "mächtig auf die Ketten", wie sie manchmal in einer schwachen Stunde schimpft. Sie bekommt regelmäßig ihren "Flattermann", eine Herzattacke wegen der wahnsinnigen Kreislaufbelastung, und danch einen Nervenzusammenbruch, wo sie entweder rumheult "Keiner hilft mir!" oder herumschreit und dabei auf alles und jeden schimpft. Dafür ist sie zum Glück schon polizeibekannt, so daß sie meist in ruge gelassen wird.
- Die Froschfrau findet immer mehr und mehr und überanstrengt sich mal wieder
- Die Froschfrau muß sich mit dem Fächer und dem Mantel Vor Hitze Luft zuwedeln
- Die Froschfrau total erschöpft in Froschleder, Neopren und Latex in der kochenden Straßenbahn
Das Wasser stammte an dem Tag von der Dresdner "Wassertour". Trotzdem kaufte Viola noch ständig weitere Getränke ein, weil sie in ihrer Straßenschutzkleidung Unmengen an Flüsssigkeit verliert, an sehr heißen und sonnigen Tagen bis zu fünfzehn Liter in 24 Stunden. Ein ledernes Schweißband an der Stirn schützt ihre Augen vor Schweiß. Unter der schweren Lederkluft sichern jede Menge Gürtel und Ketten die Latex- und Neoprenoveralls gegen ein gewaltsames Öffnen ab. Seit 1989 überwiegend obdachlos und auf oder unter der Straße, hat sie starke Inkontinenzprobleme, wobei ihr das viele Latex- und Neoprengummi sehr hilfreich ist. Nach zahlreichen Vergewaltigungen und unzähligen sexuellen Übergriffen schützt sie sich so vor weiteren Begehrlichkeiten auf der Straße, weswegen sie ihre Schutzkleidung nie ablegt. Sie ist eine der seltenen Pendlerinnen zwischen der Straßenwelt (Geld verdienen, Sammeln, Essen, Trinken) und der Unterwelt (Rückzug, Verstecken, Konsumieren, Ausruhen, Schlafen). Sie wird die "Lack-Hanne" genannt (wegen ihres Outfits aus luftdichtem Lack[leder], Vinyl, Leder, Lederol, Kleppergummi, Neopren, Latexgummi und Gummi) - worauf sie sehr stolz ist. Sie wird aber auch "Müll-Hanne" gerufen - weil sie die Mülltonnen durchwühlt und containert, d. h. nach Müll taucht (engl. dumpster diving). Das ärgert sie sehr, weil sie nach ihrer Meinung immer nur "Wertvolles" mitnimmt. Als Messie hat sie ihre Wohnung nach kürzester Zeit gleich wieder verloren, weshalb sie zu den Froschfrauen gefunden hat. Noch mit Maske in der völlig überhitzten Straßenbahn stand sie an dem Tag (12. Agust 2020) kurz vor einem Hitzschlag. Sie mußte ständig nachtrinken, um nicht umzufallen. Sie fällt lieber um oder erleidet einen Hitzschlag, als sich auszuziehen - aus Angst vor weiteren sexuellen Übergriffen, die sie "nicht mehr ertragen würde" - "lieber würde sie sich umbringen".
- Gumina Jasmin in langer blonder Perücke und schwarzem Lackmantel - zu dieser Zeit lief auch die Lack-Hanne so herum, beide gingen desöfteren zusammen in Partnerlook so durch Dresden.
- Gumina Jasmin ganz in brennend rotem Lack und schwarzer Perücke (sie hatte wegen der Chemo eine Glatze) - auch dieses Outfit besorgte sich die Lack-Hanne, um mit Jasmin im Partnerlook aufzutreten.
- Gumina Jasmin ganz in brennend rotem Lack und schwarzer Perücke - von hinten. Jasmin und die Lack-Hanne wurden in Partnerlook oft angemacht, aber mit Jasmin traute sich Viola mal wieder sich zu zeigen.
Soweit der Text dato - das ist alles noch sehr unreif, weil auf die Schnelle - aber ich muß heute mal etwas anderes tun als immer nur WMF. Die Bebilderung krankt daran, daß ich durch den LA beim Hochladen gestört wurde - ist in zwei Einschüben vermerkt. Um es nochmal gaanz deutlich zu sagen: Ohne Gumina Jasmin (und leider auch ihren Tod vor 12 Jahren) hätte ich nie diesen Kontakt und nun engen Draht zu den Froschfrauen und den daraus hervorgegangenen "Gummi-Nonnen" gefunden. Man ist dort idR ausgeschlossen, Mann sowieso. Während der Corona-Pandemie war ich zeitweise der einzige Draht zur Außenwelt, weil die Frauen sich im Lockdown nicht outen wollten - viele Obdachlose, darunter auch Viola Vogler (siehe die Photostrecke vom heißen 12. August 2020) - wurden in Zwangsquarantäne gesteckt und dann im Systemsinne "betreut", damit sie das Straßenbild nicht weiter stören und das Auge des Gutmenschen nicht weiter beleidigen. "Obdachlosigkeit in Dresden" hat in den paar Tagen weit über 100 Seiten Text (ich bin in erster Linie Schrift-Steller!) und weit über 100 Bilder - je nachdem, wie gedruckt wird, knapp oder über 150 Seiten. Das ist aber nur der kleinere Teil - das sind locker über 500 Seiten Text und über 500 Bilder drin. Ich werde den Text nach einem neuen Bearbeitungsschub hier regelmäßig austauschen - weiß aber nicht, wann hier wer entscheidet. Außer Arbeitsbehinderung kriege ich von meinen Commons-Kollegen leider nicht viel mit. MaG --Methodios (talk) 08:00, 11 December 2024 (UTC)
Wenn de Kolleechen
in Rucksack seechen
daß de Bemm uffweechen
das is nich scheen von de Kolleechen.
Und die Sprüche, die meine Ex-Kollegen über euch so sagen würden, erspare ich uns jetzt mal lieber. LOL MaG --Methodios (talk) 08:27, 11 December 2024 (UTC)
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- ↑ "Wetter, Dresden am 21. Dezember 2001: stark bewölkt mit Schnee, Sturm, Temperatur -8.4°C bis 0.3°C, Luftdruck 977.20 hpa, Niederschlag 1.40 l/m²;, Wind 39.96 km/h, Windspitze: 83.88 km/h." Zitiert nach: Dresden: Wie war das Wetter am 21.12.2001 auf chroniknet.de (abgerufen am 8. Dezember 2024).
- ↑ Webseite des "AnTon.Kneipe + Restaurant" (abgerufen am 9. Dezember 2024).